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Rückblick: Kindheit am Rhein

Warum statt Darmstadt "auf einmal" der Rhein? Woher diese Sehnsucht, der ich drei Jahre intensiver Arbeit widmen werde?
Vielleicht eine schöne Kindheit am Rhein, die ein Lücke hinterlassen hat...
1971 von Afghanistan an den Rhein gezogen und dort eine Heimat gefunden, für 4 Jahre bis 1975.
Wir lebten in einem Mehrfamilienhaus in Bonn-Beuel an einer lauten Verkehrsstraße, (irgendwie habe ich bis heute nie das Glück gehabt, ruhig zu wohnen).  Aber nur wenige Häuserblocks von der Hermannstraße entfernt, lag die Rheinpromenade.

Wollte man nach Bonn gab es eine Brücke, aber auch ein kleines Bootchen, mit dem man übersetzen konnte die: "Rheinnixe".
Ich frage mich, ob daher meine Vorliebe für Fluss-Lieder wie "Die Königskinder",  „Vom wilden Wassermann“ oder die wunderbare „Loreley“ kam? 
Damals fasste ich auch eine große Zuneigung zu Nepomuk, dem Brückenheiligen.

Bonn war damals Hauptstadt und alles andere als langweilig.
Es gab viele kulturelle Angebote, auch für mich als Kind. Ich erinnere mich noch an die erste Dunkelausstellung, fand ich echt Klasse.

Aber das Schönste war, mit Freunden an den Rhein zu laufen und im wilderen Teil, abseits der Promenade zu spielen.

Oder sich an die Eisenleinen der Pontons zu hängen, die hochstiegen, wenn ein Schiff kam, oder die Mauern hochzuklettern oder nach Schätzen im Strandgut zu suchen.
Eine schöne Zeit, immer begleitet vom Tuckern der Schlepper.

Schon damals gefielen mir die vielen bunten Fahnen, die verrieten, aus welchen Ländern die Schiffe kamen.

Oft fuhren wir zum Siebengebirge, der Drachenfels war heiß geliebt und ich hätte so gerne eine Schneekugel von Königswinter gehabt – bekam ich aber nicht, weil das als "Kitsch" galt ;-)
War mein Opa auf Besuch, wanderte er mit mir an den Rheinwiesen und den Pappelalleen entlang, sang Volkslieder und erzählte Geschichten.
Ah, die „Drei Lilien“ fand ich wunderschön oder die „Wilden Schwäne“.
Den würzigen Pappelduft habe ich immer noch in der Nase. Bei unserem Spaziergängen übrigens in der Ferne die Kirche von Schwarzrheindorf, die ich nie besucht habe. Das hole ich aber bald nach.