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Basel – "Phantastische Wesen"

In der Vergangenheit hatte ich Basel immer wegen der Kunst besucht:

Art Basel, Tinguely-Museum, Fondation Beyeler – das hieß mit dem Zug ankommen, zum Kunsttempel fahren und wieder ab nach Hause. Bei meinem jetzigen Besuch im Februar 26 zur Basler Fasnacht ließ ich die Kunst "links" liegen. 

Stattdessen begab ich mich in die Welt der „Phantastischen Wesen“.
Ja, man könnte meinen, J.K. Rowling hätte, bevor sie mit ihrer berühmten Harry-Potter-Serie startete, Basel öfter besucht.

In Basel gibt es viele Fabelwesen wie den Vogel Gryff, den Leu und den Wilden Mann, die alle drei Jahre für die Ehrengesellschaften zum Rebhaus von Kleinbasel ihre traditionellen Tänze aufführen. 

 

Es gibt den Lällekönig in verschiedenen Ausführungen, der wahlweise mit den Augen rollt, die Zunge herausstreckt und früher das Basler Rheintor bewachte – hier muss ich mir noch unbedingt bei einem weiteren Besuch das Original im Historischen Museum ansehen.

 

Und nicht zu vergessen, die Basler Fasnacht, bei der die unglaublichsten Fantasiewesen unterwegs sind!

 

 

Wer noch weiter in die Vergangenheit reisen möchte, kann zahlreiche spannende Tierwesen an der wunderbaren Fassade des Basler Münsters entdecken, entstanden um 1200.

 

Aber nun zum mythologischen „Maskottchen“ der Stadt Basel: der Basilisk – er gilt als „König der Schlangen“. Ein Mischwesen mit dem Oberkörper eines Hahns, auf dem Kopf eine Krone und dem Unterleib einer Schlange. Auch hier für Harry-Potter-Fans: wer „Die Kammer des Schreckens“ gelesen hat, weiß, dass der Blick eines Basilisken den oder die Unglückliche in Stein verwandelt


Der Name „Basel“ stammt jedoch nicht vom Basilisken, sondern vom römischen Wort „Basilia“.
Angeblich wohnte bereits bei der Stadtgründung ein Basilisk im städtischen Gerberbrunnen. Eine Tafel weist heute noch darauf hin.

Fest steht, dass am 6. August 1474 in Basel (Nach Wikipedia) ein Hahn zum Tode verurteilt wurde. Dem Hahn wurde vorgeworfen, er habe ein Ei gelegt, was "wider die Natur" war. Vor allem aber wurde befürchtet, dass aus dem Ei ein Basilisk schlüpfen könnte. Der Hahn wurde nach ordentlichem Prozess enthauptet und zusammen mit dem verseuchten Ei den Flammen übergeben.

Der Basilisk ist jedenfalls nicht mehr aus dem Basler Stadtbild wegzudenken.

Als um 1884 die Stadt mit kleineren, platzsparenden Brunnen ausgestattet werden sollte, gewann der Schweizer Architekt Wilhelm Bubeck den Wettbewerb mit seinen Basilisken-Brunnen von denen bis heute noch ca. 25 Stück in Basel zu finden sind.

Das Besondere an den gußeisernen Brunnen: Nahe dem Erdboden gibt es eine Schale, aus der Hunde trinken dürfen!

 

Und nun ganz zum Schluss ein Tierwesen, dem man vor allem im Sommer begegnet – dem Basler Wickelfisch.

Ein Kult für viele Basler: Sich im Sommer auf der Kleinbasler Seite im Rhein-abwärts treiben zu lassen. Die Klamotten werden in den Basler Wickelfisch – eine Art wasserdichter Tasche – gesteckt, das dann wie ein großes Luftkissen mit den Schwimmern mittreibt.

Und überhaupt heißt der Rhein in Basel nicht Rhein sondern Rhy!

Dass ich in kürzester Zeit einen so schönen Einblick in die Stadt Basel erhalten konnte, liegt übrigens nicht an meinen Fähigkeiten zur Recherche, sondern an einer begeisterten Baslerin, die mich gleich am Tag meiner Ankunft durch Basel führte und mir viele spannende Details erzählen konnte. Herzlichsten Dank an Alexandra!