Es ist ja nicht so, dass Donald Trump die Zölle erfunden hat...
Zölle gab es bereits im Mittelalter so z.B. am Rhein. Die malerischen Burgen funktionierten oft als Zollstationen: wer sie passierte, musste bezahlen oder wurde angegriffen – "Geld oder Pfeile!"
So gab es allein im Mittelrheintal auf ca. 61 Kilometer an die 14 Zollstationen, die meisten übrigens im kirchlichen Besitz. Die Bistümer in
Trier und Mainz profitierten von den reichhaltigen Zöllen. Man kann sich vorstellen, dass die Schifffahrt dementsprechend schleppend voran kam.
Ludwig der Bayer – der übrigens 1328 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde – hatte auch Bedarf an lukrativen Einnahmequellen.
So ließ er 1326 in Rekordgeschwindigkeit, vorbei an den kirchlichen Würdenträgern, auf der Rheininsel bei Kaub einen Turn bauen und diesen befestigen. Eh sich die Bistümer versahen, stand da eine neue und sehr einträgliche Zollstation im Rhein in bester Lage – für Ludwig. Klerus und der Papst in Rom waren „not amused“.
1606/1607 wurde dem Gebäude eine massive Spitze angebaut, um es vor Eisgang zu schützen. Dadurch erhielt die Burg die Form eines Schiffes.
Die Burg Pfalzgrafenstein ist meiner Meinung nach mit ihrer schwungvolle Bauweise eine der schönsten Burgen am Rhein.
Die Preußen schafften übrigens ab 1834 mit dem Ausbau des Deutschen Zollvereins die einzelnen Zollstationen am Rhein ab. Davon profitierten Handel und
Wirtschaft.
So viel zu Trump und seiner Zollpolitik...
Hunde dürfen übrigens nicht auf die Burg.
Deshalb flüchtete Otto beim Bezahlen des Fährtickets – sehr selbstbestimmt – unter den Tisch im Kassenhäuschen der Burg.
Die freundliche Frau an der Kasse erlaubte ihm, in seinem Unterschlupf zu bleiben und ich durfte die Burg besichtigen ohne Otto ;-) .
Es ist immer wieder eine Wohltat, auf hundefreundliche Menschen zu treffen!
Danke, Team Burg Pfalzgrafenstein!
