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Alpauf – Alpab: Alpenrhein

Ich habe 11 Tage gebraucht, um den Alpenrhein in ersten Schritten zu erkunden  – 11 Tage vom Oberalppass bis nach Chur – eine Bekannte sagte: "Vom Oberalppass bis Reichenau – das macht man doch in 3 oder 4 Tagen!"
Stimmt, das könnte man – aber nicht ich ;-) und nicht mit Otto...

Tatsächlich hatte ich mir zu Beginn des Rheinprojekts gewünscht, den Rhein von der Quelle bis zur Mündung entlang zu wandern.
Es wurde mir jedoch schnell klar, dass ich das so nicht schaffen würde. Weder zeitlich und erst recht nicht mit Hund Otto. Die vielen Asphaltstrecken durch Industriegebiete und an Schnellstraßen entlang sind Hund und mir nicht zuzumuten ;-)

 

Dann dachte ich, ich könne von der einen offiziellen Rheinquelle, dem Tomasee – wenigstens bis nach Chur wandern. In der Realität sah das anders aus:

 

Es waren nicht überall Hotels verfügbar und für Campingplätze braucht man Zelt, Schlafunterlage, Schlafsack, usw. Hinzu kamen Hundeequipment sowie Zeichenmaterial, das waren mind. 16 kg auf dem Rücken. Der Weg startete bei 2000 Höhenmeter, bei über 30 Grad am Tag und praller Sonne. Auf den ersten Teilabschnitten gab es keine Geschäfte, so dass ich das Hundefutter für mehrere Tage mitnehmen musste. Auf den Campingplätzen, hatte ich Glück, wenn die Restaurants offen hatten, Checkin in Hotels war oft erst ab 15 Uhr, d.h. wenn ich wegen der Sonne früh startete, musste ich oft lang auf Einlass warten. Beim Camping hatten wir zwei Gewitternächte und waren entsprechend übermüdet... usw...

Nicht zu vergessen: Otto ist ein ängstlicher Hund und im Gebirge unberechenbar. Da ich vor allem bergab Stöcke brauche, musste ich ihn an einem speziellen Hüftgurt absichern. Das war ebenfalls anstrengend und manchmal nicht ungefährlich.
Und na klar, mir ging es doch ums Sehen und Skizzieren und das braucht seine Zeit und Muße!
Ab Ilanz beschloss ich dann, die Augen vor den für mich hohen Kosten fest zu verschließen, in Hotels zu übernachten und OHNE Gepäck die restlichen Strecken abzugehen – ein weiser Entschluss!!

Aber was haben wir erlebt? Hat es sich gelohnt? Es war toll und ich bin stolz auf meinen Otto-Hund und mich ;-)

In den nächsten Wochen werde ich über die vielen spannenden Stationen berichten: 
Es geht um einen Leuchtturm der Träume, Spiritualität und Kunst im Kloster Disentis, um Felsen und Schluchten, die Farben der Ruinalta, die Via Mala und vieles mehr – sowie die wertvollen Begegnungen mit spannenden Menschen!