Freundschaft: Im Großen und Ganzen fühlte ich mich in den Corona-Monaten nicht wirklich einsam, Freunde und Familie waren da. Ab und zu entschwand jemand in den Corona-Blues – dann tauchte er oder sie wieder auf – aber wir standen immer in Kontakt.  Ende 2020 kam ein neuer Freund in mein Leben und damit lag ich voll im „Trend": 2020 wurden laut Tierschutzorganisation Tasso in Deutschland mehr als 25 % Hunde neu registriert. Homeoffice und viel Zeit zu Hause führten zu einem regelrechten Run auf die Tierheime. Aber meine Hundegeschichte begann schon früher... 

Bereits in Afghanistan war ich mit Hunden aufgewachsen und auch später spielten Hunde bei mir ein große Rolle.
Auf meiner Nepalreise 2018/19
traf ich in Pokhara auf einen Straßenhund, der mich ein Stück auf meiner Wanderung begleitete.  Daraus entstand später ein Bild. Ich nannte es "Freiheit". Seit dem hängt dieses Hundefoto als Mutmacher an meiner Staffelei.

Aber nie schien die Zeit richtig für einen eigenen Hund zu sein. Und dann kamen Corona und ein Blick ins Internet...

Freund Otto kam aus einem ungarischen Tierheim am 20. Dezember 2020 bei mir an - sehr verängstigt und durcheinander. Er kannte kein Haus, keine Treppen, keinen Fressnapf, keine Leine, keinen Parkettboden – kurz: ein 20 Monate-alter Rüde mit der Zivilisationserfahrung eines Welpen. 

Bilanz: 3 x aufgeschlagene Knie, 3 am Knie aufgerissene und wieder zugenähte Hosen, ein großes Loch in der Kasse von den vielen Leckerlie und die Erkenntnis, dass sich das Leben einer bekennenden Radfahrerin mit Hund sehr komplex gestaltet:-)
Nun ist Otto ein halbes Jahr bei mir und ich möchte keinen Tag mit ihm missen ;-)